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28. September 2015

42 / rosa Zunge – Codpiece – Ohrfeige - Fleischfresser


Der Freitag im Duncker startete eher gemächlich. Die Anzahl der Leute beim reinkommen war mit beiden Händen leicht abzuzählen, genauer gesagt unterhalb des zweistelligen Bereiches. Das änderte sich auch erst ab 2 Uhr, dann aber schlagartig. Die Nacht selber wurde durch einen Kurzbesuch von Angel unterbrochen.
"Wo ist denn Horst?" fragte sie kaum dass wir uns begrüßt hatte,
"Zuhause. Der bekommt Besuch von außerhalb." erwiderte ich.
"Achso." Angel wirkte gekickt. Ich konnte es ihr nachfühlen, war es doch auch alles andere als schmeichelhaft für mein Ego von einem Pferd sozial übertrumpft zu werden. Ein bisschen wie Bruce Wayne auf einer Party zu sein, auf der alle auf Batman warten.

15. Mai 2015

36 / Auftritt – Medusa – Hentaihamster - Beckenrand


Ich konnte Violetta schon hören als sie gerade erst in meine Straße eingebogen war. Mein Balkontür war weit offen und das infernalische Knattern hallte von den Häuser zu beiden Seiten der Straße wieder. Angel wusste was ein guter Auftritt war.
Wir waren verabredet ins Sage zu gehen, einem Club der Rock und Metal spielte und den ich unglaublicherweise in meiner Zeit in Berlin noch nie betreten hatte. Das sollte sich heute ändern. Danke Feiertag war Angel morgen in der Lage auszuschlafen und bei mir sorgte mein volles Bankkonto für den selben Effekt.
Der Helm war einer von der kinnfreien Sorte und hatte zudem eine Brille, die man aufsetzen musste. Ich kam mir vor wie eine Pilot im zweiten Weltkrieg als wir auf Violetta, die vibrierte und knatterte als würde sie jeden Moment auseinanderfallen Richtung Alex heizten. Am Sage angekommen wurde mir beim absetzen des Helms bewusst warum Haargel und Helm eine blöde Kombination waren – Angel lachte sich halbtot weil ich aussah als hätte mich eine Kuh abgeleckt. Mürrisch versuchte ich das beste draus zu machen. Das Ergebnis war kein sehenswertes Resultat wie mir der Spiegel an Violetta bestätigte, aber es musste eben reichen. Schulterzuckend folgte ich Angel ins Sage.

7. Mai 2015

35 / Himmelsausschnitt – Allerwertester – Freiheitsberaubung – Schweiger - Kriegsbeil


Dämliche Pissbacken.” Die Tür zum Innenhof bestand dank ihres Schließarmes darauf mir gegen das Fahrrad zu knallen und ich schob sie immer wieder mit mäßigem Erfolg auf.
Fuck you!“ brüllte ich sie schlussendlich an und schaffte es im selben Augenblick endlich mein komplettes Fahrrad hindurch zu befördern.
Geht's noch?“ Das war Horst, der mich aus seiner Ecke vorwurfsvoll ansah und mit den Ohren wackelte. Nach Tokio war er bei mir ausgezogen und hatte seinen Platz in der Ecke des Innenhofs wieder in Besitz genommen. Meine Wohnung gefiel ihn zwar meinte er, aber er wollte lieber an der frischen Luft unter freiem Himmel, oder eher Himmelsausschnitt schlafen.
Ach halt doch die Klappe.“ murmelte ich nur und rammte mein Fahrrad in einen freien Ständer.

22. Dezember 2014

25 / Scheinwerferlicht - Herpesbär - stabiles A - Poncho


Da war es schon wieder. Seit einer Woche war es jetzt schon, dass ich ab und zu ein Blitzen im linken Augenwinkel hatte. Immer nur einmal, ganz kurz, als ob jemand ein Blitzlicht benutzen würde. Wenn ich mich in die Richtung drehte war nie etwas zu sehen. Ich bin mir nicht sicher, ob meine Augen oder ein andersdimensionales Etwas mir einen Streich spielen. Ich weiss nur, dass es nervt. Vielleicht sind Horst und ich jetzt so etwas wie Berühmtheiten und irgendwelche Dinger machen hier überdimensionale Fotos. Was es auch ist, es (und an der Stelle wiederhole ich mich gern) ist furchtbar nervig. Gestern abend war ich gerade auf dem Weg zur Toilette und hatte aus Rücksicht auf Horst das Flurlicht aus gelassen, als es blitzte. Sollte ich mal in die Verlegenheit einer Zombiapokalypse oder der tatsächlichen Dimensionsinvasion kommen bin ich nutzlos. Als es blitzte erstarrte ich vor Schreck auf der Stelle, kein Fluchtreflex, kein gar nichts. Ich bin ein Reh im Scheinwerferlicht des heranrasenden LKW's auf einer Fernverkehrsstraße wenn es um Schock geht. Überlebenschance null.

10. November 2014

21 / K17 - lange Gesichter – Angel – zehn Pferde - Turbo


Später am Abend ging ich nochmal runter. Mein Gewissen lies mir keine Ruhe. Inzwischen hatte ich gründlich nachgedacht und war mir sicher, dass Horst mich nicht schmackhaft finden konnte. Immerhin war er ja ein Pferd.
„Horst?“ rief ich über den Innenhof.
„Was?“ kam es aus seiner Ecke zurück. Er klang ziemlich übellaunig.
„Ich wollte mich nochmal entschuldigen und es wieder gut machen. Die Sache mit der Lippe vorhin. Das war echt daneben.“
„Ja das war es.“ Er schwieg eine Weile, ich auch.
„Wie wiedergutmachen?“ fragte er schlieslich.
„Was machst du eigentlich heute Abend? Ich wollte mal ins K17 schauen, die haben einen ganz ordentlichen Metal Floor.“
„Metal – Schmetal. Und ist da heute keine Halloweenparty?“
Jetzt war ich dran mit ihn lange ansehen.
„Wo wird heute keine Halloweenparty sein?“
„Stimmt auch wieder. Wann wolltest du hin?“
„So um Mitternacht da sein.“
„Zur Geisterstunden. Cool, dann komm ich mit.“