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28. September 2015

42 / rosa Zunge – Codpiece – Ohrfeige - Fleischfresser


Der Freitag im Duncker startete eher gemächlich. Die Anzahl der Leute beim reinkommen war mit beiden Händen leicht abzuzählen, genauer gesagt unterhalb des zweistelligen Bereiches. Das änderte sich auch erst ab 2 Uhr, dann aber schlagartig. Die Nacht selber wurde durch einen Kurzbesuch von Angel unterbrochen.
"Wo ist denn Horst?" fragte sie kaum dass wir uns begrüßt hatte,
"Zuhause. Der bekommt Besuch von außerhalb." erwiderte ich.
"Achso." Angel wirkte gekickt. Ich konnte es ihr nachfühlen, war es doch auch alles andere als schmeichelhaft für mein Ego von einem Pferd sozial übertrumpft zu werden. Ein bisschen wie Bruce Wayne auf einer Party zu sein, auf der alle auf Batman warten.

24. Juli 2015

39 / Achtunddreißig – rostige Fahrräder – Aschenbecher – Fortpflanzung – endlaser - fressen und ficken


Meine erste Reaktion war mich auf der Stelle umzudrehen und wieder ins Klo zu gehen.
„Bleib hier. Ich will doch nur reden.“ sagte Ciev.
Ich ging einen Schritt auf sie zu, doch sie zuckte nicht einmal zusammen.
„Warum zur Hölle sollte ich mit dir reden wollen?“
„Du willst nicht aber du hast keine Wahl.“ antwortete sie.
„Keine Wahl? Blödsinn.“
Ich setzte mich in Bewegung Richtung Innen Raum, doch sie trat mir in den Weg.
„Geh mir aus dem Weg.“
„Sonst was?“ fragte sie und ihre oh so grünen Augen funkelten mich an.
„Du wirst schon sehen was sonst...“
Sie seufzte und sah zu Boden, ging aber nicht beiseite.
Ich packte sie an der Schulter und versuchte sie wegzuschieben, aber sie rückte nicht weg.
„Okay, folgendes. Ich will mit dir reden und wir werden reden.“

16. Juni 2015

38 / Stück Brot – Mitte Mai- fette Schnecken - grün


Es war voll und heiß im Duncker. Draußen waren trotz hinter uns gebrachter Geisterstunde noch immer 22 Grad und hier drin tropfte die Feuchtigkeit von den Wänden. Es war Zeit für einen neuen Aufguss. Ich torkelte Richtung Toilette, hatte heute Abend schon deutlich mehr Alkohol zu mir genommen als gut für mich war, aber jede Faser meines Körpers schrie nach Flüssigkeit. Zudem meinte es der DJ einfach zu gut und riss einen geilen Metalsong nach dem anderen herunter. Es war Himmel und Hölle zugleich. 

22. Dezember 2014

25 / Scheinwerferlicht - Herpesbär - stabiles A - Poncho


Da war es schon wieder. Seit einer Woche war es jetzt schon, dass ich ab und zu ein Blitzen im linken Augenwinkel hatte. Immer nur einmal, ganz kurz, als ob jemand ein Blitzlicht benutzen würde. Wenn ich mich in die Richtung drehte war nie etwas zu sehen. Ich bin mir nicht sicher, ob meine Augen oder ein andersdimensionales Etwas mir einen Streich spielen. Ich weiss nur, dass es nervt. Vielleicht sind Horst und ich jetzt so etwas wie Berühmtheiten und irgendwelche Dinger machen hier überdimensionale Fotos. Was es auch ist, es (und an der Stelle wiederhole ich mich gern) ist furchtbar nervig. Gestern abend war ich gerade auf dem Weg zur Toilette und hatte aus Rücksicht auf Horst das Flurlicht aus gelassen, als es blitzte. Sollte ich mal in die Verlegenheit einer Zombiapokalypse oder der tatsächlichen Dimensionsinvasion kommen bin ich nutzlos. Als es blitzte erstarrte ich vor Schreck auf der Stelle, kein Fluchtreflex, kein gar nichts. Ich bin ein Reh im Scheinwerferlicht des heranrasenden LKW's auf einer Fernverkehrsstraße wenn es um Schock geht. Überlebenschance null.

5. Dezember 2014

23 / 15 Sekunden – Zornesröte – Bahnhof – Milch und Zucker - Schicksal



Ohne Job entwickelte mein Leben seine ganz eigene kinetische Richtungsänderung. Ich schlafe bis mittag, klicke mich ein paar Stunden durchs Internet oder spiele was auf dem PC, essen wann immer ich Hunger bekomme und hab so meine Wohnung in der letzten Woche nur zweimal verlassen. Einmal um eine Pizza bei Melis um die Ecke zu kaufen und ein anderes mal um nötige Sachen einzukaufen.
Gestern lag ich halb und saß halb auf meiner Couch und schaute Guardians of the Galaxy als es an meiner Tür klingelte. Ich lies es klingeln. Sollte wer auch immer seine Werbung in die Briefkästen stopfen wollte um damit das ganze Haus zu nerven und den Regenwald noch etwas zu verkleinern doch sehen, wer ihn reinlassen wuerde. Ich sicherlich nicht.

28. Oktober 2014

19 / Bad Boy - Riesenparty - zwei Finger - Schokomilch


Ich stand Samstag im Duncker, ein Radler, nicht nur weil namentlich passend sondern auch weil durstlöschend in der Hitze der Nacht in der Hand, zwei Riesen neben mir und meine böse Hälfte im Blick. Die Riesen neben mir machten rum und soweit ich auch wegrutschte schafften sie es immer wieder mich mittels eines Ellbogens oder verschwitzen Rückens in diese Interaktion hineinzuziehen. Mein böse Hälfte sagt etwas und die ihn umringenden vier Mädels lachten unisono.
Das ist etwas, dass sie einem nicht sagen beim Vortrag zur regelmäßigen Seelenreinigung - dass meine böse Hälfte aussieht wie ich aber dreimal besser ankommt. Muss an dem natürlichen „Bad Boy“-Image liegen.

7. Oktober 2014

16 / Morpheus – Welcome to Paradise – Richard Kimble - komisch


Ein Rumpeln in meinem Flur weckte mich Sonntag morgen. Ich war am Abend vorher im Duncker gewesen und damit deffinierte sich der "morgen" eher als "nachmittag", je nach standpunkt. Nach meinem Standpunkt war es "morgen", besser gesagt "früher morgen" und ich war auf keinen Fall gewillt nachzusehen was los war. Höchstwahrscheinlich nur die Nachbarn. Mein Flur ist so hellhörig dass es sich bei geöffneter Wohnzimmertür schwer zu unterscheiden lässt, ob bei mir oder meinem Nachbarn geklingelt wird. Also dachte ich mir nicht dabei und versank gerade wieder in Morpheus Armen als mich mein Orientierungssinn hartnackig darauf hinwies, dass das zu hörende gedämpfte Fluchen aus meinem Flur, der hinter meiner Schlafzimmertür, also keine 3 Meter von meinem Bett, meiner derzeitigen Position kommen würde. Seufzend schlug ich Augen auf und Bettdecke beiseite um nachzusehen was da los war.

18. September 2014

14 / Potzblitz – Kakao – Caesar - Horstleim


Samstag Nachmittag, nachdem ich Freitag zum Duncker laufen durfte ging ich, bewaffnet mit Werkzeug und einem Ersatzschlauch in den Hof um meinem Fahrrad auf den Leib zu rücken. Das ich den Schlauch brauchen wurde hatte ich den Tag vorher schon getestet. Was auch immer meinem Reifen zugestoßen war, es hatte mit einem scharfen Gegenstand und äußerer Gewaltanwendung zu tun. Der Schnitt war fast einen Zentimeter lang und ich rätselte eine volle Minute ob ich eine seltene Art von Insekt überfahren hatte, deren rasiermesserscharfer Chitinpanzer den Schlauch mit ins Jenseits gerissen hatte, bis mir klar wurde, dass es sich bei der zähen klebrigen milchigen Substanz, die den Schnitt umgab um Abdichtungssekret handelte. Tja auch unplattbare Schläuche haben ihr Limit.

11. Juni 2014

1 / Jonathan - Alphastatus - divergend


Am Sonntag Morgen, auf dem Weg zurück vom Duncker Club fuhr ich an Jonathan vorbei, der an der Kreuzung Danziger/Prenzlauer auf den Bahnschienen stand und wild durch sein Handy suchte.
Da es halb sieben Uhr morgens war und sich außer uns beiden keiner im Umkreis von 500 Metern befand, der nicht schlief bestand für ihn keine unmittelbare Gefahr. Offenbar suchte er stark schwankend nach etwas, die Kopfhörer auf seinem Kopf deuteten auf einen bestimmten Song hin.
Ich stand ihm gegenüber an der Ampel, hatte gerade erfahren müssen, dass der Bäcker erst in 30 Minuten öffnen würde und war darüber etwas genervt. Die Ampel war rot und trotz der Uhrzeit würden mich keine zehn Pferde und noch nicht einmal Horst davon überzeugen bei rot über diese Kreuzung zu fahren.