9. September 2015

40 / Skaterkids – unvorhergesehen – Camp David – Kundenzufriedenheit - ätzend


 Ich finde diese riesigen Kopfhörer die jetzt mehr und mehr in der Öffentlichkeit getragen werden einfach affig. Aus akustischer Sicht machen sie überhaupt keinen Sinn, außer man will seine Umgebung beschallen und erhofft sich dadurch vielleicht etwas Anerkennung ob der Musik die man hört und unhandlich sind sie außerdem. Schon mal versucht so einen Kopfhörer in die Jackentasche zu stopfen?  

24. Juli 2015

39 / Achtunddreißig – rostige Fahrräder – Aschenbecher – Fortpflanzung – endlaser - fressen und ficken


Meine erste Reaktion war mich auf der Stelle umzudrehen und wieder ins Klo zu gehen.
„Bleib hier. Ich will doch nur reden.“ sagte Ciev.
Ich ging einen Schritt auf sie zu, doch sie zuckte nicht einmal zusammen.
„Warum zur Hölle sollte ich mit dir reden wollen?“
„Du willst nicht aber du hast keine Wahl.“ antwortete sie.
„Keine Wahl? Blödsinn.“
Ich setzte mich in Bewegung Richtung Innen Raum, doch sie trat mir in den Weg.
„Geh mir aus dem Weg.“
„Sonst was?“ fragte sie und ihre oh so grünen Augen funkelten mich an.
„Du wirst schon sehen was sonst...“
Sie seufzte und sah zu Boden, ging aber nicht beiseite.
Ich packte sie an der Schulter und versuchte sie wegzuschieben, aber sie rückte nicht weg.
„Okay, folgendes. Ich will mit dir reden und wir werden reden.“

16. Juni 2015

38 / Stück Brot – Mitte Mai- fette Schnecken - grün


Es war voll und heiß im Duncker. Draußen waren trotz hinter uns gebrachter Geisterstunde noch immer 22 Grad und hier drin tropfte die Feuchtigkeit von den Wänden. Es war Zeit für einen neuen Aufguss. Ich torkelte Richtung Toilette, hatte heute Abend schon deutlich mehr Alkohol zu mir genommen als gut für mich war, aber jede Faser meines Körpers schrie nach Flüssigkeit. Zudem meinte es der DJ einfach zu gut und riss einen geilen Metalsong nach dem anderen herunter. Es war Himmel und Hölle zugleich. 

22. Mai 2015

37 / Spatzenorchester – süß-sauer – Geräuschentwicklung – Milcheimer - virtuos


Der Volkspark Friedrichshain ist sicherer als vorhersage wann der Sommer da ist als jedes Barometer oder Wetterapp. Beim hindurch fahren fielen mir heute die vielen Decken und Leute auf denselben auf, die einfach nur herumsaßen, quatschten, Bier tranken und es sich gut gehen ließen. Die Jogger waren nur spärlich zu sehen und ich war der einzige Typ auf einem Fahrrad weit und breit. Das alles und das Spatzenorchester um mich herum zeigten überdeutlich - Berlin hat offiziell den Sommer begrüßt. Das ist etwas, das mehr ist als nur ein paar Picknicke im Park und ein Feierabendbier unterm freien Himmel, es hat etwas mit Langsamkeit zu tun. Alle sind einen Schritt langsamer unterwegs, alle haben plötzlich vergessen, dass man in Berlin lebt und es da gefälligst zur Pflicht eines jeden Berliners gehört immer von A nach B zu hetzen und unterwegs so vielen Leuten wie möglich auf den Sack zu gehen. Mit einem mal wird man angelächelt wenn man mit dem Fahrrad durch den Park fährt, Jogger weichen grüßend aus oder halten mit verträumtem Blick auf der Stelle joggend an, um einen vorbei zu lassen. Jeder hat plötzlich Zeit, Berlin ist plötzlich menschlich.

15. Mai 2015

36 / Auftritt – Medusa – Hentaihamster - Beckenrand


Ich konnte Violetta schon hören als sie gerade erst in meine Straße eingebogen war. Mein Balkontür war weit offen und das infernalische Knattern hallte von den Häuser zu beiden Seiten der Straße wieder. Angel wusste was ein guter Auftritt war.
Wir waren verabredet ins Sage zu gehen, einem Club der Rock und Metal spielte und den ich unglaublicherweise in meiner Zeit in Berlin noch nie betreten hatte. Das sollte sich heute ändern. Danke Feiertag war Angel morgen in der Lage auszuschlafen und bei mir sorgte mein volles Bankkonto für den selben Effekt.
Der Helm war einer von der kinnfreien Sorte und hatte zudem eine Brille, die man aufsetzen musste. Ich kam mir vor wie eine Pilot im zweiten Weltkrieg als wir auf Violetta, die vibrierte und knatterte als würde sie jeden Moment auseinanderfallen Richtung Alex heizten. Am Sage angekommen wurde mir beim absetzen des Helms bewusst warum Haargel und Helm eine blöde Kombination waren – Angel lachte sich halbtot weil ich aussah als hätte mich eine Kuh abgeleckt. Mürrisch versuchte ich das beste draus zu machen. Das Ergebnis war kein sehenswertes Resultat wie mir der Spiegel an Violetta bestätigte, aber es musste eben reichen. Schulterzuckend folgte ich Angel ins Sage.

7. Mai 2015

35 / Himmelsausschnitt – Allerwertester – Freiheitsberaubung – Schweiger - Kriegsbeil


“Dämliche Pissbacken.” Die Tür zum Innenhof bestand dank ihres Schließarmes darauf mir gegen das Fahrrad zu knallen und ich schob sie immer wieder mit mäßigem Erfolg auf.
„Fuck you!“ brüllte ich sie schlussendlich an und schaffte es im selben Augenblick endlich mein komplettes Fahrrad hindurch zu befördern.
„Geht's noch?“ Das war Horst, der mich aus seiner Ecke vorwurfsvoll ansah und mit den Ohren wackelte. Nach Tokio war er bei mir ausgezogen und hatte seinen Platz in der Ecke des Innenhofs wieder in Besitz genommen. Meine Wohnung gefiel ihn zwar meinte er, aber er wollte lieber an der frischen Luft unter freiem Himmel, oder eher Himmelsausschnitt schlafen.
„Ach halt doch die Klappe.“ murmelte ich nur und rammte mein Fahrrad in einen freien Ständer.

27. April 2015

34 / Corioliseffekt - Die Fahrscheine bitte! - schreiende Socke


Nach einem 13 Stunden Flug zurück, der übrigens dank des Corioliseffekts eine Stunde länger dauerte als der Hinflug wieder in Berlin angekommen trotteten Horst und ich mit fiesem Jetlag zur S-Bahn. Der Jetlag war bei mir entstanden, weil mich irgendwann in der "Nacht" von einem Rauschen erwachte und mir mit halb schlafumnebelten Hirn plötzlich klar wurde, dass mich von einem Fall aus mehreren Kilometern Höhe und dem dabei eintretenden Erfrieren oder Ersticken, je nachdem was durch Mutter Natur eher umgesetzt werden konnte, nur eine zentimeterdicke Plexiglasscheibe und etwas Kunstorf drumherum bewahrte. Schlag artig war ich wach und bereute den Fensterplatz, auf den ich bestanden hatte zutiefst. Das Rauschen machte mich nervös.
War etwas defekt?War das normal? Breitete sich gerade an der Außenseite des Flugzeugs ein haarfeiner Riss immer weiter aus nur um dann plötzlich die halbe Wand und drei Sitzreihen, mich inklusive, ins Freie zu reißen?
An Schlaf war nicht mehr zu denken.