Das Haus war grau. Ein grauer Betonklotz mit kleinen sauber aufgereihten Fenstern. Ich hob den Zettel in meiner rechten und las die Adresse nochmals. Ja hier war ich richtig. Irgendwo in diesem architektonischen Alptraum, der aus einem Armenviertel am Stadtrand von Moskau zu stammen schien war mein Päckchen. Alles was ich tun musste war da reinzugehen und die Zollstation aufzusuchen.
25. Februar 2015
32 / grau – Schlammlöcher – Email - Schach matt
Das Haus war grau. Ein grauer Betonklotz mit kleinen sauber aufgereihten Fenstern. Ich hob den Zettel in meiner rechten und las die Adresse nochmals. Ja hier war ich richtig. Irgendwo in diesem architektonischen Alptraum, der aus einem Armenviertel am Stadtrand von Moskau zu stammen schien war mein Päckchen. Alles was ich tun musste war da reinzugehen und die Zollstation aufzusuchen.
15. Februar 2015
31 / Ingwer – Tasse LECK MICH - Show – Chaos
„Du willst mich doch verarschen?“
Ich stand in meiner Küche und sah Igor an, der in der Ecke zwischen Tisch und Herd platz genommen hatte. Gerade suchte er in seinem Jackett herum und brachte nach einigem Suchen eine kleine bunte Papiertüte hervor.
„Nein. Hierrr.“ sagte er und reichte mir die Tüte.
Ich nahm sie, las was darauf stand und sah ihn zweifelnd an.
„Ingwer? Du willst einen Ingwertee?“
„Ingwerrr ist mein Lieblingstee.“
„Und du hast immer einen Teebeutel einstecken für alle Fälle?“
„Drrrei.“
„Bitte?“
„Drrrei Teebeutel einstecken. Fürrr alle Fälle.“
Ich lachte auf.
„Du willst mich doch VERARSCHEN!!!“
8. Februar 2015
30 / Hallo – Lichtrefelexionsfläche – cool wie eine Gurke - Binky
Es war das Geräusch der Treppenstufen, dass eine Erinnerung heraufbeschwor. Als ich heute die zweite Treppe in meinem Haus hochging hörte ich klar und deutlich ein "Hallo" im Quietschen der Treppenstufen. Ich blieb stehen, drehte mich um und ging den letzten Schritt nochmal. Nichts, kein Quietschen der Stufe, kein "Hallo". Ich schüttelte den Kopf und ging weiter. Da ich im Altbau lebe ist es normal das die Treppe quietscht und in dem Zusammenhang hatte ich Gelächter im Hinterkopf, aber bisher hatte ich noch keine Worte von meiner Treppe vernommen. Und trotzdem hatte ich beim weitergehen das Gefühl dass hinter mir getuschelt wurde.
Das Licht im dritten Stock geht schon seit ein paar Tagen nicht. War also eigentlich nichts besonderes aber als ich mich heute dem dritten Stock näherte hatte die Dunkelheit ein Aussehen, dass mich nervös machte.
"Pass auf" kam von der Treppenstufe unter mir. Ich zog den Fuß zurück und zögerte. Die Stufe entspannte sich mit einem leisen Seufzen.
"The Fuck?" murmelte ich zu mir selbst. In meinem linken Augenwinkel blitzte es wieder einmal kurz auf und inzwischen bin ich mir sicher, dass das meine Nerven sind.
Das einem mulmig ist wenn man ins dunkle kommt ist glaube ich für jeden normal, aber das was ich fühlte ging darüber hinaus. Ich stand auf halber Höhe der Treppe und starrte angestrengt ins dunkel. Von unten und oben schien jeweils etwas Licht in den Flur, aber eine Stelle lag im völligem dunkel. Gerade als ich weitergehen wollte fiel mir auf, das die dunkle Stelle fast so etwas wie einen klaren Umriss hatte, als sich die Dunkelheit auch schon bewegte und auf mich zukam.
Wie erwartet verfiel ich in Schockstarre und glotzte nur blöd.
27. Januar 2015
29 / Hymne – Yes we can! - Defend France
Die Hymne seines Lebens war mir unbekannt aber für ihn umso wichtiger, wie er mehrfach betonte.
"Ich werd das auf meiner Hochzeit hören." johlte er und dann "Ich werd
das immer hören, und wenn dann gucken mich die Leute so an, weißt du,
aber das macht's nur noch mehr tight."
Aus seinem Handy klangen verzerrte arabische Klänge, der Song seines Lebens. Ich war etwas beruhigt, dass der Text unverständlich war, sein Benehmen und die Kleidung hätten bei der Auswahl eines Songes, um damit sein Leben darzustellen eher auf guten hausgemachten deutsch Gangsterrap hingewiesen. Überraschung, Überraschung!
Aus seinem Handy klangen verzerrte arabische Klänge, der Song seines Lebens. Ich war etwas beruhigt, dass der Text unverständlich war, sein Benehmen und die Kleidung hätten bei der Auswahl eines Songes, um damit sein Leben darzustellen eher auf guten hausgemachten deutsch Gangsterrap hingewiesen. Überraschung, Überraschung!
18. Januar 2015
28 / 1,4 Promille - Sunrise - Einzelbilder - Bauchfell
Samstag Abend, Duncker Abend. Es muss glaube ich am Shirt liegen, an einer Botschaft, die "Sprich mich bitte an und was noch wichtiger ist: Geh mir auf den Sack!" bedeutet und erst ab 1,4 Promille aufwärts zu lesen ist, die sich irgendwo im Konterfei von Bowie versteckt, jedenfalls hatte ich nach kaum 20 Minuten im Club schon den ersten Betrunkenen an mir kleben, der mir versuchte irgendwas zu erzählen. Die fortgeschrittene Lähmung seiner Zunge gepaart mit dem Lärm verhinderten allerdings dass ich mehr als Genuschel verstand. Ihm ging es glaube ich auch weniger ums Gespräch ging als einfach darum Teil zwei der Nachricht auf meinem Shirt umzusetzen. Ich hatte den Verdacht, dass er mich kurz vorher auserkoren hatte, dass Objekt seiner Begierde zu werden. Ich hatte mich vor unserem Treffen auf der Tanzfläche herumgeworfen, und außer mir waren da nur noch drei weitere Gestalten über die Fläche getaumelt, ein Mädchen und zwei Kerle, einer davon groß und der andere breit. Alle drei langhaarig. Ich war da wohl einfach dem am nächsten, was Doktor Oktan als lohnenswertes, will sagen gefahrloses Ziel für seine Späßchen sah. Um die Sache abzuschließen: nach dreimaligem vergeblichen Versuch zu verstehen was er von mir wollte lies ich ihn stehen. Er taumelte von dannen und wurde kurze Zeit später vom Türtroll entfernt.
6. Januar 2015
27 / CMJ - Legende – Konbanwa – Stadt der Verlierer
Zu Silvester wollte ich mich mit ein paar Freunden treffen, was trinken, abhängen, keine grosse Sache. Die Freunde haben eine gemeinsame Band und Treffpunkt war der Proberaum in der Nähe vom Bahnhof Lichtenberg. Die Band heißt CMJ und sie schaffen es immer wieder Gigs unter einem neuen Namen anzuleiern, der diese 3 Buchstaben beinhaltet. Letztes Mal traten sie in einem ausverkauften Club vor 400 wütenden Fans als "Coldplay Mystery Jam" auf. Manche machten Sinn wie etwa mit "Come meet Jesus", "Clowns make Jokes", "Corben Multipass Jean-Baptiste" und davor war es simpel "Crazy Monster Junk". Das war in einer Schwulenbar und kam besser an als gedacht. Seltsamerweise haben sie eine Fanbase, die es schaffen immer wieder ihre Gigs zu ermitteln und meist die erste Reihe bilden.
Sie selber sagen, dass CMJ fur die Anfangsbuchstaben ihrer Namen steht. Das würde dann Charlie, Michael und Jacob sein, so haben sie sich jedenfalls vorgestellt. Vielleicht heißen die drei auch Claus, Marco und Julius, danach sehen die 3 nämlich eher aus. Oder richtige kernige norwegische Namen wie Cungsö, Melltorp und Jällwik. Ja, am wahrscheinlichsten ist Cungsö, Melltorp und Jällwik, nicht wegen ihres Aussehens, sondern mehr wegen der Musik.
Das Aussehen spielt fur mich keine Rolle, alles was zählt ist dass sie hart und laut spielen.
31. Dezember 2014
26 / Neun dreiviertel - Anti-Berlin – Schlagloch – Cro Magnon - Bowie
Die Weihnachtstage wusste ich nicht so recht wohin mit mir. Meine Familie ist ein Thema für sich und zwar eins von der Sorte, die man lieber nicht erörtert. Und wenn ich doch gezwungen werde über sie zu reden tue ich das in der Sprache des Schweigens. So laut und deutlich ich nur kann, falls der Hinweis zu subtil ist. Das führte dann dazu, dass ich die Einladung meines bösen Ichs, ihn besuchen zu kommen spontan annahm. Weihnachten gibt es in der Anti-Welt nicht, das ist einfach reines Glück, da gibt es keine Pendant auf der Gegenseite. Also lag vor ihm eine Woche normales Herumgelungere und eine Chance dem Weihnachtsirrsinn zu entgehen. Ich sprang also beherzt vor und versuchte die Möglichkeit beim Schopf zu packen, musste aber mit einem Arm zufrieden sein und stellte fest, dass es für meine Zwecke auch reichte.
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